Eine zentrale Rolle als Einflussfaktor in einem Kommunikationsprozess ist der Kanal über den kommuniziert beziehungsweise vermittelt wird. Diesen Ansatz unterstreicht die Kommunikationstheorie von Watzlawick (1967) wobei er erklärt, dass verschiedene Einflussparameter in einer Kommunikation zwischen Sender und Empfänger eine wichtige Rolle spielt. Die Interaktion zwischen beiden findet auf unterschiedlichen Ebenen statt: auf verbaler, nonverbaler, inhaltlicher beziehungsweise auf der reationalten Ebene. Sobald man sich auf einen Kanal reduziert, wie es bei den modernen und computervermittelnden Medien der Fall ist, werden einzelne Ebenen ausgeblendet oder nicht so stark wahrgenommen als andere Ebenen die somit stärker in den Vordergrund treten.
Eine wichtige Voraussetzung für ein optimales Verständnis ist die örtliche und körperliche Präsenz des Kommunikators und des Rezipienten. Eine sogenannte face-to-face-Kommunikation ist somit bei computervermittelnden Medien nicht auf all seinen Ebenen möglich beziehungsweise ist diese nur auf einen Kanal beschränkt, das heißt die Kommunikation findet kanalreduziert statt (vgl. Döring, 2003, 38ff), welches unweigerlich die Kommunikation zwischen Sender und Empfänger beeinflusst und somit unvorhergesehene Probleme auftreten können. Für eine optimale Kommunikation auf allen Ebenen und Sinnen ist die Körpersprache und Stimmlaute unvermeidbar. Durch die weiteren Ebenen, durch die der Sender kommuniziert, kann er das Gesagt kontextuell angereichert werden und es dem Hörer verständlicher machen.
Das gerade erklärte ist für die Kommunikation über das Internet schwieriger, da die Austauschprozesse und Beziehungen sich medienvermittelnd ganz anders gestalten als in der verbalen, face-to-face Kommunikation. Zwar sind die Ausdrucksmöglichkeiten heutzutage im Internet verbessert worden, wie zum Beispiel durch emotionale Smilies, Ton- oder Videonachrichten, doch trotzdem ist der schriftliche Austausch, siehe Eintrag Twitterwall von meiner Kommilitonin Sabine, der häufigste den man im World Wide Web finden kann. Hinzuzufügen ist hierbei, dass die häufigsten Missverständnisse bei der schriftlichen Kommunikation durch das Fehlen von auditiver, visueller oder taktiler Faktoren, auftauchen. Man spricht dabei von "Kanalreduktion". (vgl. Döring 2003, 149)
Hallo Nathalie!
AntwortenLöschenDu hast im ersten Abschnitt beschrieben, dass die computervermittelte Kommunikation verschiedene Ebenen der Interaktion ausgeblendet.
Aber ist es nicht so, dass gerade die Web-Konferenz, vor allem wenn sie per Live-Stream übertragen wird, es ermöglicht, verschiedene Kommunikationsebenen zu nutzen? So zum Beispiel verbale und nonverbale?
Ich denke dass dies wieder einen Vorteil gegenüber beispielsweise der reinen Telefonkonferenz ausmacht, bei der man den Gesprächspartner nicht sehen kann und somit z.B. die nonverbale Ebene fehlt.
Somit müsste doch hier unterschieden werden zwischen Text-, Audio- und Videobasierter Konferenz.
Was meinst Du?
Viele Grüße
Sabine
Hallo Sabine, vielen Dank für deinen Kommentar.
LöschenAuf der einen Seite gebe ich dir vollkommen Recht: Webkonferenz ermöglicht es dem Nutzer auf mehreren Ebenen zu kommunizieren, welches eventuelle Missverständnisse enorm reduziert, da, wie du bereits sagtest auch non-verbale Kommunikation stattfinden kann.
Trotzdem sollte man beachten, dass der Gastgeber bei einer Webkonferenz selber entscheiden kann, welche Mittel er zur Kommunikation verwenden möchte. Das heißt, auch hier findet in gewisser Hinsicht eine verzerrte Kommunikation statt, da der Gastgeber entscheidet auf welchen Ebenen er kommunizieren möchte oder sogar welche Kommentare von welchen Teilnehmer er zulassen kann.
Auch muss man die optimalen Vorraussetzungen für eine Webkonferenz beachten. Befindet man sich zum Beispiel gerade auf einer Reise ist eine kontinuierliche Kommunikation nicht immer möglich.
Auch gibt es unterschiedliche Software der Webkonferenz und man kann somit je nach Projekt einen Fokus auf die unterschiedlichen Ebenen legen.
Grundlegend hast du aber Recht, dass man zwischen text-, audio- und videobasirter Konferenz unterscheiden sollte.